Jontef heißt auf jiddisch
soviel wie Festtag. Gegründet wurde das Trio 1988 am Landestheater
in Tübingen. Seine Mitglieder sind der aus Israel gebürtige Michael
Chaim Langer (Sänger, Schauspieler und Percussionist), Joachim
Günther (Klarinette und Akkordeon, Komponist und Arrangeur) und
Wolfram
Ströle (Violine und Gitarren). 1999 expandierte Jontef
zum Quartett, erweitert durch den Kontrabassisten Peter Falk.
Jontef steht in der Tradition der
alten jüdischen Hochzeitskapellen, die - auf einer jüdischen
Hochzeit - nicht alleine die Musik nur zu besorgen hatten: In jeder jiddischen
Hochzeitskapelle, die Rang und Namen hatte, war auch ein Badchen mit von
der Partie. Dieser war eine Art Synthese aus Spaßmacher, Zermonienmeister,
Sänger und Moralprediger. Seine Aufgabe war es, das Publikum zu erheitern,
durch (jiddische) Witze und Anekdoten oder durch Stehgreifimprovisationen.
Seine Kunstfertigkeit bestand unter anderem auch darin, Zitate der heiligen
Texte kunstvoll in Versen vorzutragen und manchmal auch selbst intrumental
zu begleiten.
Jontef ist Klezmermusik und Theater.
Eine universale Musik und ein unvergänglicher Humor, beides in der
Welt des osteuropäischen Stetls verwurzelt und untrennbar miteinander
verknüpft.
Jontef gelingt es durch instrumentale
Virtuosität, gepaart mit jüdischem Humor und Lebensfreude das
Bild einer verlorengegangenen Kultur auf die Bühne zu bringen. Die
Künstler verzichten dabei bewußt auf die überstrapazierte
Zeigefingermentalität in Bezug auf die Tragik und das Schicksal des
jüdischen Volkes. |