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Die  chinesische Musik Die Instrumente Die Musiker Konzertprogramm

Die chinesische Musik

ist älter als die irgendeines anderen Landes- die frühesten schriftlichen Quellen reichen bis in die Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends zurück. Ihre Entwicklungsgeschichte war reich an Höhepunkten: so beschäftigte der kaiserliche Hof beispielsweise in der Tang-Dynastie (618-906 n.Chr.) nicht weniger als 10 Orchester und 1200 Musikbeamte.

Die Musik diente in China nicht nur der Unterhaltung. Man schrieb ihr übernatürliche Kräfte zu. Tiere und Naturelemente, vor allem aber die Seele des Menschen vermochte sie (nach Konfuzius 551-478 v. Chr.) zu bewegen und zu lenken. Die Musik galt als das Abbild der Harmonie und der Ordnung schlechthin- im Menschen, im Staat und im Kosmos. Jedes kultische und staatliche Zeremoniell war daher eng mit der Musik verbunden.

Aufschlussreich für die Musikauffassung im alten China ist auch, dass für Musik und Freude dasselbe Schriftzeichen verwendet wurde.

Die chinesische Musik ist bis heute überwiegend pentatonisch. Zwar teilt die Musiktheorie die Oktaven in 12 Halbtöne, doch bilden diese nur den Gesamtvorrat für die fünftönigen Gebrauchsskalen. In der Rhythmik und Metrik überwiegen geradtaktige, gleichförmige Abläufe.


Die Instrumente:

Die Pipa ist eine viersaitige Laute, die in Handarbeit aus einem einzigen Stück Mahagoni hergestellt wird. Birnenförmig und mit einem kurzen, nach hinten gebeugten Hals versehen hat sie vierundzwanzig Bünde vom Hals bis auf den Resonanzboden und damit einen breiten Klangbereich. Mit auffallender Fingergewandtheit entfaltet sie eine virtuose, oft auch programmatische Wirkung. Seit ihrer Einführung gilt sie als Königin der chinesischen Instrumente.

Ihre kleine Schwester, die Liuqin, ist mit ihrem hellen, farbigen Klang im chinesischen Orchester und als Soloinstrument beliebt.

Die Er (= zwei) hu (= barbarisch) ist  eine zweisaitige Röhrengeige mit mittlerer bis hoher Stimmung. Eine Seite des Resonanzkörpers ist aus Bambus, mit Schlangenhaut überzogen. Der mit Rosshaar bespannte Bambusbogen wird zwischen den beiden Saiten gestrichen. Die tieferen Töne klingen kraftvoll, die mittleren Töne sanft und die hohen Töne heiter.

Das Yangqin ist ein Instrument, das viele Kulturen kennen: im Deutschen heisst es Zymbal oder Hackbrett, im Englischen dulcimer, in Osteuropa Zymbalon und im Iran und Irak santur. „Yang“ bedeutet im Chinesischen „fremd“, und „Qin“ ist der Gattungsname für Saiteninstrumente. Seit der Einführung diesen „fremden“ Instruments aus Persien in China im siebzehnten Jahrhundert hat es sich zu einem führenden Instrument in vielen regionalen Musikstilen in China entwickelt.

Die Guzheng, eine Wölbbrettzither, ist seit ca. 200 v.Chr. in ganz China verbreitet. Ihre Stege mit dem Namen „Yan-Zhu“ (Fuß der Wildgans) sind nicht fest installiert, sondern werden aufgesetzt und können verschoben werden, so dass die Tonhöhe sich ändert.Beim Spielen kann die rechte Hand durch Herabdrücken der Saiten noch die Tonhöhe verändern und „Slide“-Effekte erzeugen.

Die Suona, das einzige Blasinstrument des heutigen Abends,  sieht mit ihrem Metall-Schallstück wie eine Trompete aus, hat aber in ihrem Holzkorpus 7 Grifflöcher und wird mit einem Doppelrohrblatt angeblasen: eine Schalmei/Oboenart. Mit ihrem durchdringenden Ton ist sie eines der wichtigsten Blasinstrumente der chinesischen Volksmusik.



Erhu










Suona


Die Musiker:

Im Jahre 1999 wurde der offizielle Partnerschaftsvertrag zwischen der Ehinger Jugendmusikschule und der Music Middle School Shanghai, einer der besten Musikschulen Chinas, geschlossen und seitdem findet ein lebendiger Austausch zwischen den beiden Schulen statt. Deutsche Jugendliche lernen in China die Virtuosität des Spielens kennen, chinesische Schüler hier  interpretatorische Feinheiten europäischer Musik- und beide erweitern ihren Horizont, indem sie einige Wochen in einer völlig konträren Kultur leben und dabei gemeinsam musizieren.

Ein Drittel der ungefähr 400 Schüler der MMS studiert die traditionellen chinesischen Instrumente, und wir freuen uns, dass wir die „Traditionalisten - Gruppe“ der diesjährigen chinesischen Delegation für ein Konzert in die Zehntscheuer einladen konnten.

Es sind dies die folgenden fünf jungen Damen (auf dem Bild von links nach rechts), jeweils mit ihrem Instrument: Zhang Biyun (Liuqin), Lu Shasha (Guzheng), Liu Gao (Erhu), Gan Yunzhuo (Yangqin) und Shi Jun (Pipa), die eine Standartformation traditioneller chinesischer Musik bilden, sowie ein junger Mann, Lan Yupeng, der mit seiner Suona das einzige Blasinstrument des Abends spielt.

Freuen Sie sich auf einen Konzertabend voll jugendlicher Professionalität und bezaubernder traditioneller Klänge aus dem „Reich der Mitte“ !
Konzertkasse: 19.30 Uhr  Konzertprogramm

© Hermann Bohn
Letzte Änderung: 22.05.2004