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Einen
Abend für Jazz-Romantiker präsentierten die Musikfreunde in
der gut
besuchten Zehntscheuer. Das Daniel Eppinger Trio - mit Münsinger
Wurzeln - spielte in zwei Sets engagiert und entspannt auf.
JÜRGEN SPIESS
MÜNSINGEN.
Mit Milt Jackson, Ack van Royen und Kenny
Wheeler stand er gemeinsam auf der Bühne, mit der bekannten
Jazz-Organistin Barbara Dennerlein reiste er lange durch die
Konzertsäle der Welt. Nun machte er zum wiederholten Mal mit dem
seit 1994 bestehenden Trio seines Bruders Daniel einen Abstecher in die
alte Heimat: Der Exil-Schwabe und in Münchner Jazzkreisen gefragte
Schlagzeuger Stephan Eppinger.
Mitgebracht
hat er Peter Cudek samt seiner "neuen Geliebten", einem 120
Jahre alten Kontrabass und seinen Bruder Daniel am Piano. Gemeinsam
spielen die alle drei in München lebenden Musiker akustischen und
kammermusikalischen Maintreamjazz, häufig im klassischen Sinne
"straight ahead", zuweilen auch subtil, raffiniert.
Alles klingt
ungemein vertraut, obwohl sich das Programm
ausschließlich aus Eigenkompositionen von Daniel und Stephan
Eppinger zusammensetzt. Sanft streicht da der Jazzbesen über die
Trommeln, der Bass setzt dunkle Tupfer, die silberhellen
Pianoläufe kontrastieren. Das knapp zweistündige Heimspiel
wird zusehends zu einer verspäteten blauen Stunde.
Dabei
beschränkt sich Peter Cudek meist auf Grundierungsarbeit mit
dezent gepflegtem Ton, wandert zuweilen in kontrapunktische Melodien,
die sich unauffällig mit den weitschweifigen Ausführungen des
Bandleaders am Piano reiben und die Spannung erhöhen.
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Bei
Stephan Eppinger fasziniert vor allem die Beckenarbeit. Alles scheint
da perfekt zu stimmen, und sein Schlagzeug-Spiel wird zu einer
sirrenden, streichelnden Melodik. Natürlich beherrscht der Drummer
auch
die Felle, egal ob mit Stöcken oder den häufig eingesetzten
Besen, doch
scheinen sie bei ihm hauptsächlich die klangliche
Verlängerung der
Becken zu sein.
Das Trio verwandelt die Eigenkompositionen, die zum größten
Teil aus
Daniel Eppingers Feder stammen, in federleicht swingende Balladen und
Uptempo-Nummern. So gibt es "Emigrate for Carnival" einen
lateinamerikanischen Touch mit, bei "Halb so schlimm" schnippt man
unwillkürlich mit den Fingern, und "No Subject" hat diesen
leichten,
unwiderstehlichen Chic des Hardbop.
Das könnte auf Dauer auch ermüden, aber das Trio ist klug
genug, dem
reinen Wohlklang auch immer mal wieder etwas anderes zur Seite zu
stellen. Es sind Stücke wie "Song for B.B." oder "Drumsong", die
im
fließenden Bereich zwischen Jazz und Pop andere Akzente setzen.
Und in
dieser Tradition fühlen sich die drei Münchner ebenso zuhause.
Ungefähr von der Mitte des ersten Sets an stimmt vieles auf der
Bühne
und zwischen Musikern und Publikum sowieso. Das Konzert, mit allen
Jazzattributen, aber auch allen eines romantischen Klaviertrios,
erwärmt die Stimmung zusehends - nicht kurz und oberflächlich
wie ein
heißer Flirt, sondern ruhig und dauerhaft wie eine gewachsene
Beziehung.
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