GESELLSCHAFT
DER MUSIKFREUNDE
MÜNSINGEN E.V.
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vom 10. Mai 2010
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Ein Konzert, das
großen Beifall fand: Anja Hillebrandt und Rolf Koenen haben in
der Zehntscheuer gespielt - Foto: Roswitha Häbe
Tastenzauber in der Zehntscheuer
Anja Hillebrandt und Rolf Koenen begeistern mit
einem "Klavierabend zu vier Händen"
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Die
Musikfreunde Münsingen haben am Samstagabend mit Rolf Koenen und
Anja
Hillebrand zwei große Künstler in die Zehntscheuer geholt.
Das Duo
begeisterte mit einem "Klavierabend zu vier Händen".
ROSWITHA HÄBE
MÜNSINGEN.
In einem nicht alltäglichen, aber gerade
dadurch reizvollen Programm erlebten die Besucher "Stunden der Musik"
mit Rolf Koenen und Anja Hillebrandt. Beide beeindruckten das Publikum
mit virtuosem vierhändigem Klavierspiel, vollendeter
Gemeinsamkeit, rasanter Technik und tiefem Verständnis für
die gegensätzlichen Inhalte und Strukturen der Kompositionen. Es
gab eine unterhaltsame Reise durch die Musikgeschichte, die von
Johannes Brahms, über Claude Debussy, Robert Schuhmann, Franz
Schubert bis zu Darius Milhaud führte.
Die beiden bildeten nicht nur in makellosem Zusammenspiel, sondern auch
in der Einheitlichkeit der musikalischen Konzeption ein perfektes
Ensemble. Ihr klanglich differenziertes Zusammenspiel und ihre ebenso
sensible wie dramatische Ausdruckskraft verbunden mit glänzenden
pianistischen Mitteln begeisterten die Zuhörer. Während in
der ersten Hälfte das Temperament geradezu überschäumte,
war der zweite Teil ernster und nachdenklicher.
Das Duo begann sein Programm mit den Walzern Opus 39 von Johannes
Brahms. Brahms hat mit diesem Zyklus Wien eine Liebeserklärung
gemacht als er sich im Jahre 1865 endgültig dort niederließ.
Die 16 Walzer wechseln dabei in ihren Charakteren zwischen glanzvoll,
still, virtuos, wehmütig, heiter und schwelgerisch. Die
Künstler brachten dies vortrefflich zu Gehör und zogen das
Publikum in den Fortestellen genauso wie in den stillen Momenten in
ihren Bann.
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Ein
Feuerwerk am Piano gestaltete Rolf Koenen, Professor für Klavier
an der
Universität der Künste Berlin, bei dem Stück "Papillons"
von Robert
Schumann. Die Fantasie f-Moll von Franz Schubert, weniger für den
großen Konzertsaal als für häusliches Musizieren
gedacht, zählt zu den
Werken des Komponisten, die zur Emanzipation der bürgerlichen
Musikpflege beitrugen.
Koenen und Hillebrandt vermittelten eindringlich
den von der seelischen Zerrissenheit Schuberts am Ende seines Lebens
herrührenden Gefühlsreichtum: Der Widerstreit von elegischen
Tönen und
heftigem Aufbäumen, im Largo verbunden mit Größe und
Spannung, fand
ebenso Realisierung wie das Aufgreifen volkstümlicher Idiome aus
Tanz
und Lied im dritten Satz und das an die Motive des ersten Satzes
anknüpfende Finale. Die Tasten vibrieren lies Anja Hillebrandt,
die
zunächst Rolf Koenens Studentin war, später dann in Detmold
und Essen
studierte, bei Claude Debussys Klavierwerk "Estampes". Die
Kompositionen "Ma Mere I"Oye" von Maurice Ravel sowie "Le Boeuf sur le
toit" (Claude Debussy) gestaltete das Duo mit viel Tiefgang.
Hinreißend die Zugabe "Ungarische Tänze" von Brahms, dessen
Darbietung
noch einmal alles Können des Klavierduos bündelte und, wie
das ganze
Konzert, großen Beifall fand.
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vom 10. Mai
2010
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KULTUR |
KONZERT - Begeisternd:
Klaviermusik zu vier Händen
Mit Leichtigkeit und
Witz
MÜNSINGEN. Mit der
Verpflichtung des Klavierduos Anja Hillebrandt/Rolf Koenen war dem
Vorsitzenden der Gesellschaft der Musikfreunde Münsingen, Hermann
Bohn, ein besonderer Glücksgriff gelungen. Die beiden Pianisten
hatten ein Programm in zwei Blöcken erstellt, beginnend mit
Klavierwerken des 19. Jahrhunderts (Brahms, Schubert, Schumann) und
anschließend mit Werken von Maurice Ravel, Claude Debussy und
Darius Milhaud.
Das Besondere an diesem Konzertabend war, dass die Künstler nicht
nur die einzelnen Stücke in ausgezeichnet sensibler Interpretation
präsentierten, sondern diese vielmehr noch launig in einem mit
Anekdoten gewürzten Vortrag ankündigten. Das ermöglichte
einen noch intensiveren Hörgenuss.
Mit Johannes Brahms: »16 Walzer op. 39, Klavier zu vier
Händen« eröffnete das Duo den Abend. Nach der
humorvollen, sehr informativen Einführung durch Rolf Koenen
überzeugten die Künstler mit Temperament und Akkuratesse
sowie mit kontrastreicher Interpretation der unterschiedlichen Teile:
verspielt, musikantisch, losgelassen, überbordend, feinsinnig
aufeinander abgestimmt - virtuos!
Auch das von
Kennern heiß ersehnte, selten im Konzertsaal zu Gehör
gebrachte
Schumannstück »Papillons op. 2«, dargeboten von Rolf
Koenen, erhielt
durch dessen Einführung einen interessanten Hintergrund und geriet
zum
farbenprächtigen Hörgenuss. Mit großer Spannung konnte
man verfolgen,
wie feinsinnig der Pianist das zarte Gespinst der Zwischentöne
gestaltet und die einzelnen Episoden aushorcht.
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Intensiv gestalteter Schubert
Schubert, ein
Freund des gemeinsamen Musizierens, hat ein
unübertroffenes Gesamtwerk für Klavier zu vier Händen
hinterlassen: die
Fantasie f-Moll. Selten wird sie so intensiv gestaltet, so feinsinnig
variiert in der häufigen Wiederholung der Anfangsthematik wie bei
Anja
Hillebrandt.
Der Programmblock nach der Pause war Kompositionen des 20. Jahrhunderts
gewidmet. Leichtfüßig und witzig (im Ursinn des Wortes,
hochintelligent
strukturiert) brachte das Duo impressionistische Glanzlichter zum
Glitzern (bei Maurice Ravel: Ma Mère l'Oye), schwelgte in
romantischen
Fantasien (bei Claude Debussy: Estampes) und bot burleske Eskapaden
(bei Darius Milhaud: Le Boeuf sur le toit, op. 58).
Der frenetische Beifall erwirkte, aller Länge des Programms zum
Trotz,
eine Zugabe. Mit einem der ungarischen Tänze von Johannes Brahms
schloss sich der Kreis zum Beginn des Konzertes. (elk)
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