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DER MUSIKFREUNDE
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Pressestimmen
Dresdner Salondamen


 vom 14. Juni 2010



Mit keck interpretierten Liedern und Gassenhauern wussten die Dresdner Salondamen
in der Münsinger Zehntscheuer zu gefallen - Foto: Sabine Herder

Frech, frivol, virtuos
"Dresdner Salondamen" in der Zehntscheuer

Kecke Lieder, Gassenhauer und vergessene Hits der 30er Jahre bot das Quintett der "Dresdner Salondamen" am Samstag in der Zehntscheuer

SABINA HERDER
MÜNSINGEN. Ein Zarah Leander-Porträt im Hintergrund, flankiert von alten Filmplakaten: Die große schwedische Filmdiva gab am Samstag den optischen Rahmen für eine musikalische Reise in die Zeit der Ufa-Filme und der leichten Unterhaltungsschlager. Dazu gesellten sich fünf todschick gekleidete Damen mit extravaganten Hüten und viel weiblichem Charme. "Die Dresdner Salondamen", eingeladen von den Musikfreunden Münsingen, entführten ein großes Publikum - mehr als 150 vorwiegend ältere Gäste - frech, frivol und virtuos in die Musikwelt der 20er, 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Es war die Zeit der leichten Unterhaltung: Während die Comedian Harmonists den "kleinen grünen Kaktus" besangen, hatten auch die Liebesfilme der Ufa Hochkonjunktur - und mit ihnen ihre Melodien, Schlager und Chansons, gesungen von Zarah Leander, Marlene Dietrich, Marika Rökk, Hans Albers und vielen anderen einstigen Stars.

Mit vielen dieser Lieder gab es am Samstag ein Wiederhören, und nicht von ungefähr umrahmen die Plakate von Zarah Leander-Filmen den Auftritt der charmanten Salon-Damen: Viele ihrer Lieder haben sie im Programm, und so starteten sie, begleitet von zwangloser Plauderei, den Abend mit einer Frage, deren rauchiges Leander-Timbre fast allen Gästen noch im Ohr klingt: "Kann denn Liebe Sünde sein?"

Zwar hat Karolina Petrova, die am nostalgischen Mikrofon charmant plaudernd und flirtend durchs Programm führte und auch die meisten Lieder sang, nicht die wunderbar tiefe Stimme der Leander. Doch Mimik, Gestik und auch die Innigkeit ihres Vortrags machten das ohne weiteres wieder wett.

Begleitet von Berenice Mifond am Piano, Juliana Gilbert an Cello und Bass, Cécile Pfeiff an Klarinette und Saxophon sowie Franziska Graefe an der Violine, besang Karolina Petrova in charmanter Art das schöne Leben und die Liebe in einem klug zusammengestellten Repertoire alter Gassenhauer und längst vergessener Hits.

Darunter fanden sich neben den frechen, leicht frivolen Frauenchansons aus den 20er Jahren - etwa Marlene Dietrichs "Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre" - auch so wunderbar verrückte Lieder wie "In der Bar zum Krokodil", "Er heißt Waldemar" oder "Eduardo von Kastilien", die den ganzen Zehntscheuersaal mit ihren haarsträubenden, dadaistisch angehauchten Reimen zum Schmunzeln brachten.

Dass das Schmunzeln bis in die letzte Reihe wieder einer Gänsehaut wich, erreichten die Damen mit Titeln wie "Für mich solls rote Rosen regnen". Zielsicher und virtuos setzte das Quintett jedoch auch schwungvolle Arrangements um, etwa den "Zigeunertanz", bei dem besonders Franziska Graefe an der Violine brillierte, oder das urspünglich jiddische "Bei mir bist du schön". Vor allem das Saxophon steuerte dabei immer wieder hörenswerte Jazz-, Swing- und Dixieland-Einflüsse bei.

Nach gut zwei Stunden höchst charmanter, liebenswürdiger und witziger musikalischer Unterhaltung erhob sich das komplette Publikum unter lauten Bravo-Rufen zu "standing ovations" für die Damen. Das, so sagte ein Konzertbesucher aus der ersten Reihe, haben sie sich verdient.


Die Dresdner Salondamen in der Münsinger Zehntscheuer - Foto: Bohn


 vom 15. Juni 2010
KULTUR


KONZERT - Dresdner Salondamen bei der GdM
Zeitreise in die Zwanziger

MÜNSINGEN. Das Ensemble „Dresdner Salondamen“ füllte die historische Münsinger Zehntscheuer auf Einladung der Gesellschaft der Musikfreunde bis zum letzten Platz.  Die Begeisterung des Publikums war so groß, dass es am Schluss  Standing Ovations gab. Welche Zauberkünste stehen diesem Ensemble zur Verfügung, wie können sie solche Begeisterungsstürme auslösen?

Die fünf Musikerinnen, Juliane Gilbert, Violoncello/Kontrabass, Franziska Graefe, Violine, Cécile Pfeiff, Klarinette/Saxophon, Berenice Mifond, Klavier, und Karolina Petrova, Violine, Stimme und Moderation kreieren einen liebenswerten Streifzug durch die Gestimmtheit der Zwanziger Jahre, verklanglicht durch deren musikalische Highlights.

Die Gesangssolistin Karolina Petrova führte ihr Publikum durch das Programm des Abends und erreichte schnell einen ganz persönlichen Kontakt. Sie verstand es, jedes Lied, jeden song, jedes Musikstück als nur für diese Zuhörerschaft kreiert darzustellen.

Liebesgeschichten mit Waldemar

Nun, wenn fünf Frauen - Verzeihung: Salondamen - über ihr Schicksal räsonnieren, singend, musizierend, dann scheinen Männer auf den ersten Blick einen schweren Stand zu haben. Nicht so bei den Dresdner Salondamen. Liebe in all ihren Erscheinungsformen ist ja das zentrale Thema. Rührend tränenreich erzählt Karoline Petrova ihre Liebesgeschichten mit Waldemar aus Berlin, mit dem jungen Mann, der fühlt, worauf’s ankommt, wenn an einem Tag im Frühling das Glück an die Tür anklopft …
Das Besondere an diesem Ensemble ist, dass jede einzelne Musikerin eine Meisterin ihres Faches ist. So bezaubert die Cellistin mit einer feinsinnig warmen Kantilene, bevor die Sängerin schmelzend ihr „Schau mich bitte nicht so an“ schluchzt; so begeistert die Saxophonistin bei ihrer Begleitung des „Hausfreunds“; so besticht die Violinistin mit ihrer jeden Zigeunerprimas in den Schatten stellenden Darbietung eines Csardas.

Dem Kenner bieten sich interessante musikantische Aspekte. Nur einige davon: Im "prähistorischen Bereich" der lasterhaften Bar in Theben taucht ganz unvermittelt eine Melodie aus dem "Karneval der Tiere" von Camille Saint Saens auf. Beim Hit „Ich brauche keine Millionen“, erkennt man im Hintergrund die Melodie des „Fiddlers On The Roof“: „Wenn ich einmal reich bin“.

Was wünschen sich die Damen des Ensembles für sich, für ihr Publikum? Um mit Hildegard Knef zu sprechen, „Für mich soll’s rote Rosen regnen, mir sollen sämtliche Wunder begegnen.“ Mit diesen Eindrücken machte sich ein begeistertes, immens zahlreiches Publikum auf den Heimweg.  (elk)
http://www.gdm-muensingen.de/konzerte2010/100612_presse.htm
© Hermann Bohn,
Letzte Änderung: 16.06.2010