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Pressestimmen
Hardt Stompers


 vom 28. Juli 2010




Mitreißende Rhythmen
"Hardt Stompers" mit Dixieland auf Schloß Grafeneck

Ein Hauch von Südstaaten-Flair legte sich am Sonntag über die geschichtsträchtigen Mauern von Schloss Grafeneck. Dort, wo sonst sinnierende Blicke die Landschaft abtasten, gastierten die "Hardt Stompers".

SIMON WAGNER
Grafeneck. Lässig und überaus entspannt-beschwingt ging es am Sonntagnachmittag auf Schlosshof Grafeneck zu. Im Rahmen ihrer Konzertreihe lud die Münsinger Gesellschaft der Musikfreunde zu einem Sommerkonzert unter freiem Himmel. Hierzu gekommen waren nicht nur über 100 Gäste, sondern die in bester Spiellaune angereisten "Hardt Stompers".

Die sechsköpfige Dixieland-Combo aus Reutlingen - mit über 30-Jähriger Bühnenerfahrung und reichlich Spielwitz ausgestattet - versprühte den Glanz und den mitreißenden Rhythmus längst vergangener Tage und die Atmosphäre der Stadt, in der der Dixieland-Sound einst das Licht der Welt erblickte: New Orleans.

Mit rasselnder Snare-Drum, übermütiger Klarinette, brummender Tuba, auftrumpfender Trompete, elastischer Posaune und flinkem Banjo legten sie eine Nummer nach der anderen hin. Schnell sprang der Funke auf das bunt gemischte Publikum über und wippende Köpfe sowie im Takt klopfenden Füße sollten die ewig junge Kraft des Dixieland belegen. Ob es Klassiker von Jazz-Größen wie Duke Ellington oder selten gehörte Arrangements unbekannterer Musiker waren - stets mischte sich in die breite Palette der gehörten Stücke ein Schuss laissez-fair, unbekümmerter Weltläufigkeit und ein gerüttelt Maß an Südstaaten-Gelassenheit.

Erheblich dazu beigetragen hat Walter Scherer, der mal in süffisanten, mal von Altersklugheit strotzenden Ansagen stets ein augenzwinkerndes Licht auf die Stücke des Nachmittags legte und manchen Lacher der Gäste erntete.

Den sechs grau-melierten Herren war so der Boden bereitet für übermütige und mitreißende Ritte, die oftmals in Soli der einzelnen Instrumente ihren Höhepunkt fanden und mit Szenenapplaus quittiert wurden. Dass sich die "Stompers" auf ihrem musikalischem Mississippi-Dampfer auch in ruhigem Fahrwasser bestens auskennen, belegten die leisen Stücke des Konzerts. Die sonoren und tiefgründigen Stimmen von Walter Scherer und Günter Friedhelm ließen Erinnerungen an Louis Armstrong aufkommen - und entfalteten bei sensibler Begleitung ihre schmeichelnde Wirkung.

Die Gäste des Konzerts erlebten nicht nur ein quicklebendiges und immer wieder ansteckendes Erbe der Musikgeschichte, sondern eine nicht minder ansteckende Band, deren Liebe zur Dixieland-Musik weder aufgesetzt noch routiniert daherkommt, sondern sich vielmehr aus einer abgeklärten Euphorie ihrer Protagonisten speist.

So erschöpfte sich der Dank für den vergnüglichen Nachmittag nicht nur in großem Beifall, sondern auch in Spenden. Der Erlös des Benefizkonzerts kommt dem Projekt "Brasil" zu Gute. Seit 1996 engagieren sich unter anderem Udo Schmid und der Pfarrer i.R. Dieter Hecht aus Buttenhausen für das Dorf Espírito Santo, etwa 650 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro gelegen. Die evangelische Schule dort soll mit Solaranlage und einer Warmwasseraufbereitung ausgestattet werden.


Foto: Simon Wagner


 vom 28. Juli 2010
KULTUR


KONZERT - Die Hardt Stompers luden im Schloßhof zu Grafeneck zu einer Reise durch die Welt des frühen Jazz.
Gut gelaunte Rhythmen

MÜNSINGEN. Genauso stellt man sich den Sound der Marching Bands der Zwanziger Jahre in New Orleans vor, wie die Hardt Stompers beim Jazz-Konzert der Gesellschaft der Musikfreunde Münsingen mit Livemusik durch den Schlosshof in Grafeneck ziehen, um anschließend ihre Plätze auf der Freiluftbühne einzunehmen.

Gut gelaunt jazzt sich das Ensemble unter der humorvollen Moderation des Bandleaders Günter Friedhelm in die Herzen des zahlreichen und engagiert mitwippenden Publikums. Das Fanteam für Hardt Stompers wächst an diesem Abend immens. Friedhelm weiß das positiv für seine Band einzuordnen und bedankt sich immer wieder für den fulminanten Applaus.

In die Jahre gekommen sind sie alle gemeinsam mit ihrem Bandleader: der exaltiert schluchzende, virtuos tirillierende Klarinettist Manfred Schütt; der pfiffig präsente, klangvariable Posaunist Walter Scherer; der brillante Karl-Hermann Geiger mit seinen entspannt-lässigen Snare-Drum-Wirbeln; der für ein klares rhythmisches Fundament verantwortliche Hans-Dieter Korger, der der Band mit seinem Spiel auf dem Banjo ganz individuelle Nuancen verleiht; und - last, but not least - der Bassist Karl-Otto Schmidt, ein Virtuose auf der Tuba, ein Vollblutjazzer am E-Bass.
Günter Friedhelm, Walter Scherer und Manfred Schütt beeindrucken neben ihrer musikantischen Virtuosität auf ihren jeweiligen Instrumenten auch durch ihre Gesangsbeiträge.

Von Ellington bis Armstrong

Humorig, launig bringen sie Oldies wie »When You're Smiling The Whole World Smiles«, »Ich nenne alle Frauen Baby«, »Mein Hund beißt jede hübsche Frau ins Bein«, »Wochenend' und Sonnenschein«, »You're The Cream Of My Coffee«, »Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln gehn«.

Doch auch die Größen der Jazz-Szene würdigen sie durchaus angemessen. Duke Ellingtons Arrangements und auch der Sound des legendären Louis Armstrong fehlen nicht in dieser grandiosen Jazz-Session, eindrucksvoll authentisch gesungen von Günter Friedhelm.

Zwei Verschnaufpausen genehmigt sich das Ensemble im über zweistündigen Programm. Mit »Ice Cream« verabschiedete sich das Ensemble, analog zum klangvoluminösen Beginn, als »Marching Jazzband« von seinem begeistert applaudierenden Publikum. (elk)

http://www.gdm-muensingen.de/konzerte2010/100725_presse.htm
© Hermann Bohn,
Letzte Änderung: 28.07.2010