Rezital mit estnischer Klaviermusik

Kadri-Ann Sumera

Musik bestimmt die estnische Seele wie keine andere Kunstform, 2003 wurden Lieder- und Tanzfeste in Estland als immaterielles Menschheitserbe als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt. Zu erwähnen ist das alle 5 Jahre stattfindende Sängerfest, wo Zehntausende, vereint zu einem Chor, nationales Liedgut singen. Ester Mägi, die wohl bedeutendste estnische Komponistin des 20 Jhd., schreibt viele Volkslieder für Chor um, die während der Besatzunsgszeit der Sowjetunion in Vergessenheit zu geraten drohten. Die frühen Werke von Mart Saar sind stark von der Musik des 19. Jhd. geprägt. Mari Vihmand, deren Musik häufig als poetisch und expressiv charakterisiert wird, war Schülerin von Kadri-Anns Vater, dem renommierten Komponisten und ehemaligen estnischen Kulturminister Lepo Sumera.

Kadri-Ann Sumera ist eine der gefragtesten Pianisten Estlands. Ihr Repertoire erstreckt sich über eine breite Auswahl vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik. 1977 in Tallinn geboren, begann sie 1984 ihre musikalische Ausbildung mit dem Hauptfach Klavier an der dortigen Musikoberschule. Ab 1995 studierte sie an der estnischen Musikakademie, von 1999 bis 2002 an der Hochschule für Musik in Köln. 2004/2005 nahm sie an der Internationalen Akademie des Ensemble Modern in Frankfurt teil. Neben zahlreichen Aufnahmen für den estnischen Rundfunk spielte sie als Solistin mit Orchestern wie dem Estnischen Staatlichen Sinfonieorchester, der Dresden Sinfonietta oder dem Stadtorchester Pärnu.

Kadri-Ann Sumera erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. im Wettbewerb „Virtuosi per Musica di Pianoforte“ (Tschechien), im Grieg-Wettbewerb sowie im 5. und 6. We tbewerb für estnische Pianisten (Estland), im TVWettbewerb „Alternativ“ (Lettland) und beim 2. EPTAInternational- Piano-Competition „Svetislav Stancic“ (Kroatien). Seit 2016 ist Kadri-Ann Sumera Dozentin an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.